Eine Praxis für ästhetische Medizin funktioniert in vielen Punkten anders als eine klassische Kassenpraxis. Abgerechnet wird häufig privat, Patientinnen und Patienten kommen für Behandlungsserien wieder und Vorher-Nachher-Fotos, Aufklärung und Produktchargen gehören zum Alltag. Welche Praxissoftware für ästhetische Medizin und Schönheitskliniken passt also zu einer solchen Praxis? Das hängt vor allem davon ab, wie ihr arbeitet: Behandelt ihr neben der Ästhetik weiterhin Kassenpatienten, konzentriert ihr euch ausschließlich auf Injektionen und Laser oder führt ihr auch operative Eingriffe mit Implantaten durch? Wir haben die Anbieterseiten geprüft und ordnen die Systeme genau nach diesen unterschiedlichen Anforderungen ein.

Welche Software passt zu meiner Ästhetikpraxis?
Bevor wir in die einzelnen Systeme einsteigen, hier zunächst der Überblick über die Praxissoftwares für ästhetische Medizin, die wir aktuell geprüft haben und guten Gewissens empfehlen können:
*Wenn ihr mobil unterwegs seid: Am besten das Handy drehen für eine optimale Tabellen-Darstellung
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Noch nicht sicher, welche Software die richtige für eure Ästhetikpraxis ist?
In der ästhetischen Medizin arbeitet ihr überwiegend mit Selbstzahlern. Das hat Auswirkungen auf erstaunlich viele Bereiche der Praxissoftware. Die Rechnung wird nach GOÄ erstellt, häufig mit Honorarvereinbarung und Kostenvoranschlag. Bei manchen Leistungen kommt Umsatzsteuer ins Spiel. Vorher-Nachher-Fotos gehören zur Dokumentation, dürfen bei operativen Eingriffen aber nicht einfach für Werbezwecke verwendet werden. Bei Injektionen müssen Produkt und Charge nachvollziehbar dokumentiert sein. Und wer Brustimplantate einsetzt, muss zusätzlich das Implantateregister berücksichtigen. Die drei Systeme aus unserer Empfehlungstabelle haben wir deshalb besonders genau angesehen. Sie sind vor allem für Praxen interessant, die entweder neben der Ästhetik noch Kassen- oder Privatpatienten behandeln oder zunächst ohne eigenen OP-Betrieb starten. Weiter unten schauen wir uns außerdem die vier unterschiedlichen Software-Gruppen an, die euch bei der Suche begegnen werden – von spezialisierten Ästhetiklösungen bis hin zu Studio-Software.
Was eine Ästhetikpraxis anders macht als eine Kassenpraxis
Die Unterschiede liegen nicht nur bei der Abrechnung. Für eine Praxissoftware für ästhetische Medizin sind vor allem sieben Bereiche interessant, die in einer klassischen Kassenpraxis deutlich weniger Gewicht haben. Genau hier lohnt sich der Blick ins Detail, bevor ihr euch für ein System entscheidet.
Selbstzahler und GOÄ statt EBM
Wer ästhetische Leistungen anbietet, rechnet in der Regel nach der Gebührenordnung für Ärzte ab. Häufig kommt dabei ein erhöhter Steigerungsfaktor zum Einsatz, dazu eine schriftliche Honorarvereinbarung. Bei vielen ästhetischen Behandlungen müssen außerdem Analogziffern verwendet werden, weil die konkrete Leistung in der GOÄ nicht als eigene Ziffer vorhanden ist. Toxin, Filler oder Implantate können zusätzlich als Auslagen nach § 10 GOÄ auf der Rechnung auftauchen.
Bevor überhaupt behandelt wird, steht häufig ein Kostenvoranschlag. Nach dem Eingriff geht die Rechnung dann nicht an eine Krankenkasse, sondern direkt an die Patientin oder den Patienten.
Das klingt zunächst nach einer reinen Abrechnungsfrage, ist für die Software aber durchaus entscheidend. Sie sollte GOÄ-Rechnungen mit variablem Faktor und Analogziffern beherrschen, Auslagen berücksichtigen und Honorarvereinbarungen sowie Kostenvoranschläge verwalten können. Praktisch wird es außerdem, wenn sich Rechnungen per PAD-Schnittstelle an eine privatärztliche Verrechnungsstelle oder über die DATEV-Schnittstelle an den Steuerberater übergeben lassen.
Umsatzsteuer: steuerfrei oder steuerpflichtig
Ein weiterer Punkt, der bei der Auswahl leicht übersehen wird, ist die Umsatzsteuer. Ärztliche Heilbehandlungen sind nach § 4 Nr. 14 UStG grundsätzlich umsatzsteuerfrei. Bei ästhetischen Eingriffen gilt das allerdings nur, wenn sie medizinisch erforderlich sind.
Das Bundesfinanzministerium hat die entsprechende Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs mit Schreiben vom 21. Mai 2026 in den Umsatzsteuer-Anwendungserlass übernommen. Dort wird klargestellt, dass ästhetische Operationen und Behandlungen „nur dann als Heilbehandlung steuerfrei“ sind, wenn sie der Behandlung oder Heilung einer Krankheit, Verletzung oder eines angeborenen körperlichen Mangels dienen. Die Praxis muss die therapeutische Zielsetzung deshalb für den jeweiligen Patienten dokumentieren und gegenüber dem Finanzamt in anonymisierter Form nachweisen können.
Für die Praxissoftware bedeutet das: Auf einer Rechnung müssen steuerfreie und steuerpflichtige Positionen nebeneinander korrekt abgebildet werden können. Auch Anzahlungen, Steuerschlüssel für die Buchhaltung und die Dokumentation der medizinischen Indikation gehören in diesen Zusammenhang. Genau deshalb lohnt sich eine konkrete Nachfrage beim Anbieter. Von den drei Systemen in unserer Empfehlungstabelle weist aktuell nur Patientify den Umsatzsteuer-Ausweis für kosmetische Leistungen ausdrücklich auf seiner Website aus.
Fotos: Dokumentation in der Akte, Werbeverbot bei Operationen
Fotos gehören in der ästhetischen Medizin praktisch zum Alltag. Vorher-Nachher-Aufnahmen helfen bei der Dokumentation und beim Beratungsgespräch. Gleichzeitig gelten für ihre Verwendung in der Werbung klare Grenzen. Bei operativen plastisch-chirurgischen Eingriffen verbietet § 11 Abs. 1 Satz 3 des Heilmittelwerbegesetzes Werbung mit vergleichenden Darstellungen des Körperzustands oder Aussehens vor und nach dem Eingriff. Bei Botulinumtoxin kommt als verschreibungspflichtigem Arzneimittel außerdem das Werbeverbot außerhalb der Fachkreise nach § 10 HWG hinzu.
In der Praxis werden die Aufnahmen idealerweise möglichst einheitlich erstellt: gleiche Kamera, gleicher Abstand, vergleichbare Lichtverhältnisse. Im Behandlungsraum kann dafür auch ein Tablet zum Einsatz kommen.
Eine gute Software sollte die Bilder direkt dem Patienten und dem jeweiligen Termin zuordnen können. Praktisch sind außerdem Vergleichsansichten für das Beratungsgespräch sowie eine saubere Dokumentation der Einwilligung zur Aufnahme und – sofern vorgesehen – der Freigabe für eine Verwendung außerhalb der Patientenakte. Gerade bei Fotos spielt auch der Datenschutz eine besonders große Rolle. Darauf kommen wir beim Thema Hosting noch einmal zurück.
Aufklärung, Einwilligung und Chargen
Auch bei der Aufklärung lässt sich einiges digitalisieren. Die Anamnese kann beispielsweise schon vor dem Termin über einen Link ausgefüllt werden. Das eigentliche Aufklärungsgespräch ersetzt das allerdings nicht. Der Aufklärungsbogen unterstützt das Gespräch und wird anschließend unterschrieben – digital am Tablet oder klassisch auf Papier. Bei einer Brustvergrößerung sind dabei naturgemäß andere Haftungsfragen relevant als bei einer einzelnen Glabella-Injektion.
Hinzu kommt die Rückverfolgbarkeit der verwendeten Produkte: Welches Produkt wurde verwendet? Welche Charge? An welcher Zone? In welcher Menge? Bei operativen Eingriffen kann zusätzlich die Sterilgutcharge im OP-Protokoll relevant sein.
Für Laser- und IPL-Anwendungen zu kosmetischen Zwecken kommt außerdem die NiSV ins Spiel. Bestimmte ablative Anwendungen bleiben approbierten Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Bei der Software geht es deshalb nicht nur um einen hübschen digitalen Fragebogen. Sinnvoll sind eigene, versionierte Aufklärungsbögen, die sich digital signieren und anschließend in der Akte speichern lassen. Für Injektionen können Behandlungsvorlagen mit markierten Punkten auf Gesichts- oder Körperschemata hilfreich sein. Wer regelmäßig mit Toxin, Fillern oder anderen Produkten arbeitet, sollte außerdem prüfen, ob Chargen inklusive Lagerbestand und Verfallswarnung erfasst werden können.
Brustimplantate: Meldung an das Implantateregister aus der Software
Wer Brustimplantate einsetzt, muss noch einen weiteren Punkt berücksichtigen. Seit dem 1. Juli 2024 sind Eingriffe mit Brustimplantaten an das Implantateregister Deutschland zu melden. Das gilt auch für reine Privatpraxen und Privatkliniken. Meldepflichtig ist die Einrichtung, in der der Eingriff stattfindet.
Die Meldung erfolgt über die Telematikinfrastruktur. Privatärztinnen und Privatärzte erhalten die dafür erforderliche SMC-B nach Angaben der gematik über das Antragsportal von D-TRUST. Dafür wird unter anderem eine Bescheinigung der zuständigen Ärztekammer über die privatärztliche Niederlassung benötigt.
Das Bundesgesundheitsministerium beschreibt den vorgesehenen Meldeweg so, dass Kliniken und Praxen eine in ihr jeweiliges Primärsystem integrierte Meldekomponente benötigen, um implantatbezogene Maßnahmen möglichst automatisiert zu melden. Die vom Register bereitgestellte Web-Meldeanwendung IRMA ist dabei nur eine Übergangslösung und soll am 31.12.2026 abgeschaltet werden.
Für Praxen, die selbst implantieren, wird damit eine Software mit entsprechender Meldekomponente und TI-Anbindung wichtig. Wer dagegen in einer Kooperationsklinik operiert, sollte vorher klären, wer die Meldung übernimmt und wie OP-Bericht und Meldebestätigung anschließend in die eigene Akte gelangen. Selbstzahler erhalten zur Rechnung eine Meldebestätigung.
Bei der Softwareauswahl lautet die entscheidende Frage daher: Kann die Meldung direkt aus der Patientenakte erfolgen, werden die Implantatdaten übernommen und lässt sich die Meldebestätigung anschließend bei der Rechnung beziehungsweise in der Akte ablegen?
Wiederkehr, Serien und Pakete
Ästhetische Behandlungen sind häufig keine einmalige Angelegenheit. Botulinumtoxin hält einige Monate, Laserbehandlungen erstrecken sich oft über mehrere Sitzungen und auch Skinbooster oder andere Hautbehandlungen werden gerne als Serie angeboten.
Damit wird die Wiedervorstellung zu einem wichtigen Teil des Praxisalltags. Gleichzeitig sind Ausfälle bei hochpreisigen Terminen besonders ärgerlich. Die Software sollte deshalb nicht nur Termine verwalten, sondern euch auch dabei helfen, Patientinnen und Patienten zum richtigen Zeitpunkt wieder anzusprechen.
Interessant sind beispielsweise Serientermine, automatische Erinnerungen an fällige Folgebehandlungen und Pakete mit einem Sitzungszähler. Für die Online-Buchung kann außerdem eine Anzahlung sinnvoll sein. Prüft dabei auch, ob eine Buchung ohne eigenes Patientenkonto möglich ist und ob Kartenzahlung direkt am Empfang unterstützt wird.
Hosting und Datenschutz
Bei den Daten einer Ästhetikpraxis geht es um besonders sensible Informationen. Schon Gesichts- und Körperfotos können einer Person zugeordnet werden, selbst wenn auf dem Bild kein Name steht.
Die Anbieter setzen beim Hosting deshalb auf unterschiedliche Modelle. AesthOS bietet nach eigener Angabe entweder eine deutsche Cloud oder den Betrieb auf dem eigenen Server an. Patientify hostet laut Anbieter bei Hetzner in Deutschland. ::pixelmedics ist als lokale Client-Server-Lösung konzipiert. BeautyFlow nennt EU-Hosting in Frankfurt, Doctolib gibt an, Daten ausschließlich innerhalb der EU zu speichern.
Bei der Auswahl sollte deshalb nicht nur „Cloud“ oder „lokal“ in der Vergleichstabelle stehen. Entscheidend ist, wo die Fotos tatsächlich liegen, wie der Zugriff abgesichert wird und welche Möglichkeiten die Praxis bei einem Anbieterwechsel hat. Zwei-Faktor-Anmeldung, Bildschirmsperre und fein einstellbare Rollenrechte sind ebenso Fragen für die Demo wie der Export der eigenen Daten.
Arztsoftware oder Studio-Software? Die vier Gruppen am Markt
Wer nach Software für eine Ästhetikpraxis oder Ästhetikklinik sucht, landet schnell bei sehr unterschiedlichen Produkten. Von außen sehen sie sich teilweise ähnlich, im Hintergrund verfolgen sie aber ganz unterschiedliche Ziele. Der wichtigste Unterschied liegt bei der Abrechnung: Eine Ärztin oder ein Arzt rechnet medizinische Leistungen nach GOÄ ab. Ein Kosmetikstudio tut das nicht. Fehlt einem System der GOÄ-Katalog, kann es für eine Arztpraxis zwar ein guter Terminplaner oder eine gute Kundenkartei sein – die eigentliche Liquidation muss dann aber in einem anderen Programm erfolgen.
- Spezialisierte Praxissoftware für ästhetische Medizin: Diese Systeme wurden gezielt für Privatpraxen und Privatkliniken aus der Ästhetik entwickelt. Neben der GOÄ-Liquidation bringen sie typischerweise Funktionen für die ästhetische Dokumentation mit. Dazu zählen AesthOS, claysen Praxismanager, Clinicore, ::pixelmedics und Clinicminds aus den Niederlanden mit deutscher GOÄ-Unterstützung. Was die einzelnen Systeme tatsächlich leisten, schauen wir uns weiter unten genauer an.
- Praxisverwaltungssysteme mit Kassen- und Privatabrechnung: Hierzu gehören Systeme wie tomedo, medatixx und ETERNO Cloud, die beide Abrechnungswelten abbilden. Auch Doctolib gehört mit seiner nach Fachgruppen gestaffelten Freischaltung der Praxissoftware in diese Gruppe. CGM Praxis ist ein cloudbasiertes System, das aktuell vor allem Privatärzte anspricht. Patientify richtet sich an Privatpraxen und hat zusätzlich eine eigene Variante für die Ästhetik. Diese Gruppe ist besonders interessant, wenn neben ästhetischen Leistungen weiterhin Kassenpatienten behandelt werden oder TI-Anwendungen eine Rolle spielen. tomedo kann GKV-Funktionen bei Bedarf ausblenden.
- Studio- und Kosmetiksoftware mit Ästhetik-Angebot: Treatflow, SkinFly, BeautyFlow und ähnliche Systeme kommen ursprünglich aus der Welt von Kosmetik- und Laserstudios. Sie bieten häufig sehr gute Funktionen für Behandlungsdokumentation, Einwilligungen, NiSV und Kasse. Eine GOÄ-Abrechnung weisen die jeweiligen Websites dagegen nicht aus (Stand September 2026).
- Internationale Klinik-Software: Plattformen wie Pabau, Zenoti, Mosaic und AestuteOS kommen überwiegend aus dem englischsprachigen Raum und haben teilweise deutschsprachige Landingpages. Ihr Schwerpunkt liegt oft auf Marketing, CRM, Kundenbindung und mehreren Standorten. GOÄ, die deutsche Umsatzsteuerlogik und das deutsche Implantateregister werden auf den deutschen Seiten nicht ausgewiesen (Stand September 2026). Hier sollte vor einer Entscheidung konkret nachgefragt werden.
Die Systeme aus der zweiten Gruppe vergleichen wir auf unserer Startseite fachrichtungsübergreifend. Wenn ihr neben der Ästhetik auch eine Kassenpraxis führt, findet ihr dort die Kriterien, die für den Gesamtbetrieb wichtig sind.
Ein vollständiges öffentliches Anbieter-Verzeichnis gibt es für diesen Bereich nicht. Die KBV-Zulassungsliste erfasst nur Systeme, die für die vertragsärztliche Abrechnung relevant sind. Die folgende Übersicht umfasst deshalb die Anbieter, die uns bei der Recherche mit einem erkennbaren Angebot für den deutschen Markt begegnet sind. Die Reihenfolge ist alphabetisch und stellt keine Rangfolge dar.
Anbieter für Praxissoftware in der ästhetischen Medizin im Überblick
Damit ihr nicht zwischen den verschiedenen Software-Gattungen hin und her springen müsst, stellen wir euch die einzelnen Systeme im Folgenden kurz vor. Neben den Funktionen nennen wir auch die Preisstruktur, soweit der Anbieter sie auf seiner Website veröffentlicht. Die Angaben stammen von den Anbieterseiten und, sofern vorhanden, aus unseren Interviews. Stand der Recherche ist September 2026. Die Preise verstehen sich netto, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Bei der Software selbst könnt ihr die Umsatzsteuer nur insoweit als Vorsteuer abziehen, wie ihr selbst steuerpflichtige Leistungen erbringt.
AesthOS
- Einordnung: spezialisierte Praxissoftware für ästhetische Medizin
- Relevant für die Ästhetik: Unterspritzungs-Dokumentation mit Produkt, Zone und Charge, Kostenvoranschlag mit Statusverfolgung, OP-Cockpit, Implantat-Lager, Meldung an das Implantateregister über die TI-Anbindung, Foto-Pool mit Vorher-Nachher-Slider, Recall-Modul „Takt“ für fällige Folgebehandlungen
- Weitere Highlights: Abrechnung trennt medizinische und kosmetische Leistungen automatisch, DATEV-Export, Online-Buchung ohne Patientenkonto, iPad-Empfang mit Einwilligungen, Dienstplan, Rollen- und Rechteverwaltung mit Zwei-Faktor-Anmeldung, Jameda-Anbindung
- Cloud: wahlweise deutsche Cloud oder On-Premise auf dem eigenen Server
- Web-Anwendung/Desktop-Installation: Web-Anwendung im Browser, optimiert für iPad und Desktop
- Mobile Nutzung: Ja (App „Mein Tag“ über den Home-Bildschirm)
- Kosten: deutsche Cloud 499 €/Monat, On-Premise 349 €/Monat, jeweils inklusive drei Ärzte und aller Module; jeder weitere Arzt 119 € (Cloud) bzw. 99 € (On-Premise); Setup einmalig 2.900 €; monatlich kündbar
AesthOS wurde nach Anbieterangabe gemeinsam mit einer Privatklinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Essen entwickelt. Das System versucht, möglichst den kompletten Ablauf einer Behandlung abzudecken: von der ersten Anfrage über Beratung und OP bis zur Nachsorge und späteren Wiedereinbestellung.
Besonders deutlich wird die Ausrichtung auf Praxen mit eigenem OP. Im OP-Cockpit lässt sich beispielsweise bereits eine Woche vor dem Eingriff per Ampel erkennen, ob Zahlung, Dokumente und Implantatdaten vollständig sind. Die Meldung an das Implantateregister kann über einen Barcode-Scan direkt aus der Akte erfolgen.
Für reine Injektionspraxen gibt es Behandlungsvorlagen und eine Abwanderungserkennung, mit der sich Patientinnen und Patienten identifizieren lassen, deren nächster Termin eigentlich schon überfällig wäre. Preislich liegt AesthOS damit über vielen einfachen Browserlösungen. Dafür sind drei Ärzte und sämtliche Module bereits im Monatspreis enthalten. Auch Datenmigration und Schulung sind laut Anbieter Teil der einmaligen Setup-Gebühr.
BeautyFlow
- Einordnung: Studio- und Praxissoftware für Schönheitspraxen
- Relevant für die Ästhetik: geführter Behandlungs-Workflow mit Vorher-Nachher-Foto, Materialien mit Charge, Protokoll und Arzt-Signoff
- Weitere Highlights: digitale Anamnese, Live-Transkription und KI-Zusammenfassung in der Akte, Angebote und Rechnungen mit GoBD-konformer Entwurf-Final-Trennung, KPI-Dashboard, Auftragsverarbeitungsvertrag inklusive
- Cloud: Ja, EU-Hosting in Frankfurt (Anbieterangabe)
- Web-Anwendung/Desktop-Installation: Web-Anwendung
- Mobile Nutzung: auf der Website nicht ausgewiesen
- Kosten: Preisseite beim Anbieter, von uns nicht geprüft; jederzeit kündbar
BeautyFlow aus Frankfurt positioniert sich als All-in-one-Praxissoftware für Schönheitspraxen. Im Mittelpunkt steht ein geführter Ablauf für die jeweilige Behandlung. Foto, Charge und Protokoll werden dabei gemeinsam erfasst, anschließend gibt die Ärztin den Fall frei.
Eine GOÄ-Abrechnung nennt die Website allerdings nicht (Stand September 2026). Für eine Arztpraxis, die ihre Leistungen selbst nach GOÄ abrechnen möchte, ist das ein Punkt, den ihr vor dem Kauf unbedingt klären solltet.
CGM
- Einordnung: Modulbaukasten zur bestehenden Praxissoftware plus cloudbasiertes Praxisverwaltungssystem
- Relevant für die Ästhetik: AmbulApps für digitale Patientenaufnahme, Anamnese, Aufklärungsbögen und Fotodokumentation mit Unterschriftenprozess
- Weitere Highlights: KI-TelefonAssistent, DokuAssistent für die Gesprächsdokumentation, ClickDoc mit Online-Terminbuchung und Erinnerungen, OnlineRezeption als Chatbot, CheckIn-Terminal, VideoSprechstunde, TI-Anbindung als Modul; Module kombinierbar mit der bestehenden Praxissoftware oder mit CGM Praxis
- Cloud: Ja
- Web-Anwendung/Desktop-Installation: Web-Anwendung
- Mobile Nutzung: auf der Website nicht ausgewiesen
- Kosten: modular, auf Anfrage; Preisberatung im Erstgespräch
CGM verfolgt mit CGM one einen etwas anderen Ansatz als die spezialisierten Ästhetiksysteme. Die einzelnen Module können an eine bereits vorhandene Praxissoftware angebunden oder gemeinsam mit der cloudbasierten Praxissoftware CGM Praxis eingesetzt werden.
Für Ästhetikpraxen ist vor allem AmbulApps interessant. Damit lassen sich Aufnahme, Anamnese, Aufklärung und Fotodokumentation digital abbilden; die Bilder werden anschließend der Patientenakte zugeordnet.
CGM Praxis selbst wurde nach Herstellerangabe zunächst für private Psychotherapeuten entwickelt. Privatärzte ohne Geräteanbindung können nach derselben Angabe bereits wechseln, weitere Fachgruppen sollen im Laufe des Jahres 2026 folgen. Wenn ihr Laser oder Kamera per GDT anbinden wollt, solltet ihr deshalb vor einer Entscheidung konkret nachfragen, welche Geräte bereits unterstützt werden.
Das frühere Privatpraxis-Produkt CGM PRIVATE wird auf der aktuellen Praxissoftware-Übersicht von CGM nicht mehr geführt (Stand September 2026).
claysen Praxismanager
- Einordnung: spezialisierte Praxissoftware für die plastisch-ästhetische Chirurgie
- Relevant für die Ästhetik: Angebote und GOÄ-Rechnungen mit Teilzahlungen und Mahnwesen, Brustimplantate-Register mit Übermittlung aus der Akte, Ratenzahlung und Finanzierung im Prozess, PoS-Terminal am Empfang, digitale Aufklärungsbögen
- Weitere Highlights: Kalender über mehrere Standorte, Online-Terminvergabe mit Erinnerungen, E-Mail- und SMS-Versand, Praxis-Analytics mit Umsatz, Auslastung und Konversion; als eigenständige Lösung oder im „Clinic Cockpit“
- Cloud: Ja
- Web-Anwendung/Desktop-Installation: Web-Anwendung
- Mobile Nutzung: Ja, von jedem Gerät
- Kosten: auf Anfrage
Die claysen GmbH aus Münster richtet ihren Praxismanager vor allem an Privatärzte in der plastisch-ästhetischen Chirurgie. Patientenakte, Terminplanung, Finanzen und Dokumentation laufen dabei in einem System zusammen.
Besonders auffällig ist der Fokus auf den Zahlungsprozess. Angebot, Teilzahlung, Finanzierung und Kartenzahlung am Empfang sind Teil des Ablaufs. Das passt zu einer Praxis, in der einzelne Behandlungen schnell einen höheren vierstelligen Betrag erreichen können und offene Rechnungen entsprechend unmittelbar ins Gewicht fallen.
Die Meldung an das Brustimplantate-Register wird als Funktion genannt. Eine eigene Fotodokumentation oder Injektionsprotokolle weist die Website dagegen nicht aus (Stand September 2026). Bei der Erstellung von GOÄ-Leistungsketten arbeitet claysen nach eigenen Angaben mit spezialisierten Abrechnungsdienstleistern zusammen.
Clinicminds
- Einordnung: spezialisierte Kliniksoftware für ästhetische Medizin (Niederlande)
- Relevant für die Ästhetik: Aktenführung von Injectables bis zu chirurgischen Eingriffen, Formulare und Einwilligungen frei gestaltbar, GOÄ-konforme Abrechnung mit automatisch erzeugten Gebührenziffern, Erinnerung an wiederkehrende Behandlungen
- Weitere Highlights: Kalender für mehrere Standorte, Videotermine, KI-Assistent „Quinn“ für Gesprächsdokumentation (Beta), Analysefunktionen, Integrationen zu MailChimp und Zapier, sieben Sprachen
- Cloud: Ja
- Web-Anwendung/Desktop-Installation: Web-Anwendung
- Mobile Nutzung: Ja, von jedem Gerät
- Kosten: ab 160 € pro Monat, gestaffelt nach Standorten und Behandlern; Mitarbeiter am Empfang kostenlos
Clinicminds kommt aus den Niederlanden und richtet sich an ästhetische Kliniken, Laserkliniken und Praxen mit mehreren Standorten. Nach eigener Angabe wird das System weltweit eingesetzt.
Für den deutschen Markt ist vor allem die angegebene GOÄ-Abrechnung interessant, bei der Gebührenziffern automatisch erzeugt werden. Darüber hinaus legt Clinicminds viel Wert auf CRM, Auswertungen und die Verbindung zur Buchungsplattform Injectablesbooking.
Bei Fotodokumentation und Kostenvoranschlägen macht die deutsche Website dagegen keine konkreten Angaben (Stand September 2026). Für eine kleine Einzelpraxis dürften außerdem einige der Mehrstandort- und CRM-Funktionen weniger wichtig sein als für eine größere Klinik.
Clinicore
- Einordnung: spezialisierte Praxissoftware für ästhetische Medizin (Österreich)
- Relevant für die Ästhetik: Injektionsprotokolle in interaktiven Gesichts- und Körperschemata, Vorher-Nachher-Aufnahmen per QR-Code dem Behandlungstermin zugeordnet, GOÄ-Rechnungen mit Faktoranpassung und Teilzahlungen, Online-Buchung mit Anzahlung
- Weitere Highlights: KI-Zusammenfassung von Patientengesprächen mit Freigabe durch die Behandlerin, digitale Formulare per Link oder Tablet, Google- und Apple-Kalender, Zwei-Faktor-Login, fester Onboarding-Kontakt
- Cloud: Ja
- Web-Anwendung/Desktop-Installation: Web-Anwendung in jedem Browser
- Mobile Nutzung: Ja, ohne App
- Kosten: auf Anfrage; kostenloser Test
Clinicore wurde nach eigener Angabe speziell für die ästhetische Medizin entwickelt und gemeinsam mit Fachärzten aus diesem Bereich aufgebaut. Hinter dem Unternehmen steht seit Juni 2026 ein Joint Venture des Filler-Herstellers Croma-Pharma mit dem Softwarehaus Medfile.
Der Einstieg soll laut Anbieter schnell funktionieren: Die Einrichtung sei in weniger als einer Stunde möglich, die Datenübernahme aus dem bisherigen System übernimmt das Team.
Für Injektionspraxen, die komplett im Browser arbeiten möchten und keinen eigenen OP-Betrieb abbilden müssen, ist das ein interessanter Ansatz. Bei Chargenverwaltung und Implantateregister macht die Website allerdings keine Angaben (Stand September 2026).
Doctolib
- Einordnung: Praxissoftware mit Kassen- und Privatabrechnung, cloudbasiert, Freigabe stufenweise nach Fachgruppen
- Relevant für die Ästhetik: „Plastische und Ästhetische Chirurgie“ und Dermatologie in der Fachgebietsauswahl; Online-Terminmanagement mit automatisierten Recalls, Online-Patientenzahlungen, Patientenanfragen und -nachrichten
- Weitere Highlights: KI-Telefonassistent, digitale Patientenaufnahme, KI-Sprechstundenassistent für die Dokumentation, KI-Abrechnungsassistent, Finanzübersicht, Videosprechstunde, Doctolib Connect, Sichtbarkeit im Doctolib-Verzeichnis
- Cloud: Ja, Datenspeicherung nach Anbieterangabe ausschließlich in der EU
- Web-Anwendung/Desktop-Installation: Web-Anwendung, betriebssystemunabhängig
- Mobile Nutzung: Ja (Browser und App)
- Kosten: je Monat und Ärztin/Arzt bei Jahresabo, inklusive MwSt.: Patientenmanagement 229 € (ohne KI-Telefonassistent 139 €), Patientenmanagement Pro 279 €, All-in-One Praxissoftware 499 €; Datenmigration einmalig 1.190 €; Einrichtung derzeit ohne Gebühr
Doctolib ist längst nicht mehr nur ein Terminbuchungstool. Aus dem ursprünglichen Schwerpunkt Terminmanagement ist Schritt für Schritt eine umfassendere Praxissoftware geworden.
Für eine Ästhetikpraxis ist allerdings wichtig, zwischen den einzelnen Paketen zu unterscheiden. Terminmanagement, Patientenaufnahme, Patientenanfragen und der KI-Telefonassistent stehen grundsätzlich unabhängig von der Fachrichtung im Vordergrund. Die All-in-One-Praxissoftware mit Patientenakte, Dokumentation und Abrechnung wird dagegen nach eigener Angabe stufenweise für verschiedene Fachgruppen freigeschaltet. Den Anfang machen Hausärzte, Kinderärzte und Gynäkologen. Ob eure Fachrichtung bereits freigeschaltet ist, solltet ihr deshalb im Beratungsgespräch klären.
Wenn ihr vor allem einen starken Online-Terminkalender sucht und die Praxissoftware Schritt für Schritt ausbauen möchtet, kann das Paket Patientenmanagement einen vergleichsweise günstigen Einstieg bieten.
ETERNO Cloud
- Einordnung: Praxissoftware mit Kassen- und Privatabrechnung, cloudbasiert
- Relevant für die Ästhetik: strukturierte Bilderfassung mit Zuordnung zu Lokalisation und Akte, Patientenportal mit Bild-Upload durch die Patientin, GOÄ-Regelwerk mit Analogziffern und Faktoranpassung, Abrechnung für Selbstzahler
- Weitere Highlights: Fachbereich Dermatologie als „Haut- und Laserpraxen“ geführt, digitales Rechnungsbuch, Reporting, Schnittstellen GDT, LDT, HL7, FHIR und DICOM, KI-Dokumentation „Scribe“, Telefonassistent „Connect“
- Cloud: Ja
- Web-Anwendung/Desktop-Installation: Web-Anwendung
- Mobile Nutzung: im Browser
- Kosten: über den Preiskonfigurator des Anbieters; laufende Aktionen mit kostenfreien Monaten je nach Laufzeit
ETERNO Cloud führt Kassen-, Privat- und Selbstzahlerabrechnung in einer Oberfläche zusammen. Für die ästhetische Dermatologie ist vor allem die Bildverwaltung interessant: Aufnahmen können mit einer Lokalisation versehen und in der Akte gespeichert werden. Über das Patientenportal lassen sich außerdem Verlaufsbilder von den Patientinnen und Patienten selbst hochladen.
Das macht ETERNO Cloud vor allem für Praxen interessant, die neben der Ästhetik weiterhin Kassenleistungen anbieten und eine cloudbasierte Lösung mit TI-Anbindung suchen. Ein eigenes Ästhetik-Modul für Chargen oder das Implantateregister nennt die Website dagegen nicht (Stand September 2026).
medatixx
- Einordnung: Praxissoftware mit Kassen- und Privatabrechnung, mit eigenem Privatärzte-Paket
- Relevant für die Ästhetik: Paket für Privatärzte mit Abrechnung privater Leistungen, PAD-Übertragung an die privatärztliche Verrechnungsstelle und Online-Zugriff auf den aktuellen GOÄ-Katalog
- Weitere Highlights: automatische Selbst-Updates für Stammdaten, Ziffern und Medikamente, TI-Anschluss als TI as a Service, Terminplaner mit mehreren Kalendern und Ressourcen, digitales Wartezimmer, Aufgabenmanagement und Ablaufsteuerung, medatixx-Copilot, App medatixx mobile, Praxis-Patienten-Kommunikation per Chat (im Privatärzte-Paket enthalten), Add-ons für Online-Terminmanagement und Videosprechstunde
- Cloud: Nein
- Web-Anwendung/Desktop-Installation: Desktop-Installation
- Mobile Nutzung: Ja (App medatixx mobile)
- Kosten: Paket für Privatärzte 135 €/Monat zzgl. MwSt. mit drei Zugriffslizenzen, Mindestvertragslaufzeit 24 Monate, nur für privatärztlich tätige Praxen; Kassenpraxen auf Anfrage
medatixx ist eine lokal installierte Praxissoftware für Arztpraxen verschiedener Fachrichtungen. Für rein privatärztlich tätige Praxen gibt es ein eigenes Paket, das Privatliquidation, GOÄ-Katalog und PAD-Anbindung zusammenfasst. Wer eine Kassenzulassung hat, nutzt dagegen das reguläre Angebot mit Kassen- und Privatabrechnung.
Der Anbieter übernimmt dabei einen großen Teil der technischen Pflege: Updates, Kataloge und TI-Anwendungen werden vom Hersteller gepflegt. Eine eigene Fotodokumentation oder spezielle Behandlungsvorlagen für die Ästhetik weist die Website nicht aus (Stand September 2026). Bildgeräte lassen sich über die GDT-Schnittstelle anbinden. Ob das für eure konkrete Dokumentation ausreicht, lässt sich am besten in einer Demo beurteilen.
Pabau
- Einordnung: internationale Klinik-Software
- Relevant für die Ästhetik: Terminplanung mit Erinnerungen, digitale Einwilligungsformulare, Vorher-Nachher-Fotos, Bestandsverwaltung für Injektionsmittel
- Weitere Highlights: CRM, Marketing- und Kundenbindungsfunktionen, integrierte Zahlungen, Berichtswesen, Klinik-Assistenten
- Cloud: Ja
- Web-Anwendung/Desktop-Installation: Web-Anwendung
- Mobile Nutzung: im Browser
- Kosten: Preismodell pro Nutzer mit Tarifen nach Teamgröße (Solo, Team für zwei bis drei, Medium für vier bis fünf, Group für sechs bis fünfzehn Nutzer, Enterprise darüber), Preise nach Standort, konkrete Beträge erst in der Demo
Pabau ist eine international tätige Plattform für Ästhetikkliniken und Med-Spas und bietet auch eine deutschsprachige Website. Die Funktionsliste ist breit: digitale Einwilligungen, Bestandsverwaltung, CRM, Marketing, Zahlungen und Auswertungen gehören zum Paket.
Für eine deutsche Arztpraxis liegen die entscheidenden Fragen allerdings an anderer Stelle. Eine GOÄ-Abrechnung, die deutsche Umsatzsteuerlogik und das Implantateregister werden auf den deutschen Seiten nicht ausgewiesen (Stand September 2026). Wer Pabau in Deutschland einsetzen möchte, sollte diese Punkte deshalb als Erstes mit dem Anbieter klären.
Patientify
- Einordnung: Praxissoftware für Privatpraxen mit eigener Ästhetik-Variante
- Relevant für die Ästhetik: Fotodokumentation je Termin mit Bereichsmarkierung und Vorher-Nachher-Ansicht als PDF, GOÄ- und Analogziffern-Abrechnung mit Faktorvorschlag, Umsatzsteuer-Ausweis für kosmetische Eingriffe, Online-Anamnese und Aufklärungsbögen mit digitaler Unterschrift (ab Tarif Pro), Online-Buchung mit Anzahlung, Serientermine für mehrstufige Behandlungen
- Weitere Highlights: Zahlungslink in jeder Rechnung, SumUp-Terminal am Tresen, Automatisierungen für Nachsorge und Folgetermine, Videosprechstunde, Patientenportal, Datenimport aus dem Altsystem inklusive, Hosting bei Hetzner in Deutschland
- Cloud: Ja, Rechenzentrum in Deutschland
- Web-Anwendung/Desktop-Installation: Web-Anwendung, keine Installation
- Mobile Nutzung: Ja, im Browser
- Kosten: Starter 39 €/Monat für einen Behandler, Pro 79 €/Monat plus 39 € je weiterem Behandler, Individuell auf Anfrage; Add-ons ab 5 €/Monat (SumUp-Terminal 5 €, Automatisierungen 5 €, Videosprechstunde 15 €); Vertragslaufzeit laut Interview zwölf Monate; 14 Tage kostenlos testen
Patientify richtet sich an Privat- und Selbstzahlerpraxen und hat zusätzlich eine eigene Landingpage für die ästhetische Medizin. Genau dort finden sich mehrere Funktionen, die für diesen Bereich interessant sind: Fotos pro Termin, GOÄ inklusive Analogziffern, der Umsatzsteuer-Ausweis für kosmetische Leistungen und eine Anzahlung bei der Online-Buchung.
Preislich liegt der Einstieg vergleichsweise niedrig. Die Praxis arbeitet komplett im Browser und kann weitere Funktionen über Add-ons ergänzen. Chargenverwaltung, OP-Planung und Implantateregister werden auf der Website dagegen nicht ausgewiesen (Stand September 2026). Für eine kleinere Injektions- oder Laserpraxis mit einem bis drei Behandlern kann das deshalb ein schlanker Einstieg sein.
::pixelmedics
- Einordnung: spezialisierte Praxissoftware für Privatpraxen mit Schwerpunkt Plastische Chirurgie, ästhetische Medizin, Dermatologie und Longevity
- Relevant für die Ästhetik: GOÄ- und Pauschalrechnungen mit korrektem Umsatzsteuer-Ausweis, Honorarvereinbarungen und Behandlungsverträge, Kostenvoranschläge, Bildverwaltung mit Kamera-Anbindung (::pixelManager, ::pixelCam), Brustimplantate-Meldungsmodul ::BIMM in Verbindung mit einem TI-Paket (angekündigt, Preise bereits veröffentlicht)
- Weitere Highlights: Online-Terminkalender, Online-Anmeldeformular, GoBD-Kassenbuch, DATEV-Export, GDT-Schnittstelle, Medikamentendatenbank, Statistiken, mobile Praxis-WebApp
- Cloud: lokale Installation; der Anbieter nennt Cloud-Kompatibilität
- Web-Anwendung/Desktop-Installation: Desktop-Installation, nativ für macOS und Windows
- Mobile Nutzung: Ja (Praxis-WebApp)
- Kosten: Kauflizenz mit obligatorischem Softwarepflegevertrag (monatliche Pflegepauschale, Zusatzmodule erhöhen die Pauschale), Lizenzpreis auf Anfrage; ::BIMM 1.499 € einmalig plus 39 bis 59 €/Monat Pflege je nach TI-Infrastruktur
::pixelmedics richtet sich seit 2012 an privatmedizinisch tätige Ärzte in Deutschland und hat sich auf Plastische Chirurgie, ästhetische Medizin, Dermatologie und Longevity konzentriert. Eine Kassenabrechnung ist nicht vorgesehen.
Das System läuft nativ auf Mac und Windows. Die Daten werden in einer lokalen PostgreSQL-Datenbank gespeichert, Bilder liegen auf dem eigenen Server oder NAS. Wer Wert darauf legt, die eigenen Daten möglichst vollständig unter Kontrolle zu behalten, bekommt damit einen deutlich anderen Ansatz als bei einer klassischen Cloudsoftware.
Für das Implantateregister kündigt der Anbieter ein eigenes Meldungsmodul namens ::BIMM an, das mit einem TI-Paket von DAMPSOFT kombiniert werden soll. Die Preise für das Modul sind bereits veröffentlicht.
Wer eine Desktop-Lösung mit lokaler Datenhaltung sucht, findet hier den Anbieter mit der längsten Ästhetik-Historie in unserer Übersicht. Gleichzeitig sollte man die technische Seite nicht unterschätzen: Installation und Netzwerk liegen laut Anbieter beim Systemhaus der Praxis. Für eine Praxis ohne eigene IT-Betreuung kann das einen zusätzlichen Kosten- und Organisationsaufwand bedeuten.
SkinFly
- Einordnung: Studio- und Praxissoftware mit den Varianten „Beauty“ und „Medical“
- Relevant für die Ästhetik: Variante Medical für Arztpraxen und ästhetische Praxen mit strukturierter Produkt-, Chargen- und Injektionsdokumentation, Botox- und Filler-Dokumentation, NiSV-Dokumentation für alle Laser-Kategorien inklusive Ärztevorbehalt
- Weitere Highlights: geführte Anamnese mit digitaler Signatur, Online-Buchung mit Prüfung von Arzt- und Geräteverfügbarkeit, Terminerinnerungen, Pflegehinweise per E-Mail, Bewertungsanfragen, Gutscheine
- Cloud: Ja, Server in Deutschland (Anbieterangabe)
- Web-Anwendung/Desktop-Installation: Web-Anwendung
- Mobile Nutzung: im Browser
- Kosten: Medical-Pläne Select 49 €/Monat und Premium 89 €/Monat; ein Monat kostenlos testen
SkinFly kommt ursprünglich aus der NiSV-Dokumentation für Kosmetik- und Laserstudios. Mit der Variante „Medical“ richtet sich der Anbieter inzwischen auch an Arzt- und Ästhetikpraxen. Produkte, Chargen und Injektionspunkte lassen sich strukturiert erfassen, außerdem werden Botox- und Filler-Behandlungen dokumentiert.
Eine GOÄ-Abrechnung weist die Website dagegen nicht aus (Stand September 2026). Als Dokumentationslösung zusätzlich zu einer Praxissoftware, die die eigentliche Liquidation übernimmt, kann SkinFly deshalb interessant sein. Wer erwartet, dass das System auch die komplette Rechnung nach GOÄ erstellt, sollte das vorab ausdrücklich klären.
tomedo
- Einordnung: Praxissoftware mit Kassen- und Privatabrechnung, mit eigenem Privatpraxis-Angebot
- Relevant für die Ästhetik: Privatabrechnung nach GOÄ mit Favoriten und Live-Abrechnungsfehlerliste, PAD-Anbindung, Textbausteine für Behandlungsverträge, Kostenvoranschläge und OP-Berichte, arzt-direkt.Pay für Kartenzahlung vor Ort und online mit zahlungspflichtigen Terminarten, Fotos per iPhone-App direkt in die Akte
- Weitere Highlights: DATEV-Rechnungsdatenservice, Buchungsimport und Patientenguthaben, BI-Dashboard „Cockpit“, Online-Terminkalender, Self-Check-In, Videodermatoskopie als Zusatzprodukt, GKV-Funktionen per Klick ausblendbar, Custom-Formulare
- Cloud: Nein (lokaler Server); tomedo.air als Variante für Windows, Mac oder Private Cloud
- Web-Anwendung/Desktop-Installation: Desktop-Installation, nativ für Apple
- Mobile Nutzung: Ja (iPhone-App)
- Kosten: Mietmodell ohne Kauf- oder Lizenzkosten, monatliche Miete nach Anforderungen, auf Anfrage
tomedo hat ein eigenes Angebot für Privatpraxen und bringt einige Funktionen mit, die gerade für die Ästhetik interessant sind: GOÄ-Liquidation, Textbausteine für Behandlungsverträge, Kartenzahlung vor dem Termin und die Möglichkeit, Fotos direkt aus der iPhone-App in die Patientenakte zu übernehmen.
Auf der Herstellerseite beschreibt ein Privatarzt in einer Kundenstimme das papierlose Arbeiten mit Fotodokumentation, Online-Terminen und Self-Check-In. Chargenverwaltung und Implantateregister werden auf der Privatpraxis-Seite dagegen nicht genannt (Stand September 2026).
Für Apple-Praxen ist tomedo besonders interessant. Das System wurde nativ für macOS entwickelt und kann Kassen- und Privatleistungen miteinander verbinden. Wer Windows nutzt, kann auf die tomedo.air-Variante ausweichen.
Treatflow
- Einordnung: Kosmetikstudio-Software mit Angebot für ästhetische Praxen
- Relevant für die Ästhetik: strukturierte Behandlungsdokumentation mit Produkten, Dosierungen und Injektionspunkten, Skizzenfelder für Gesicht und Körper, Produkt- und Chargendokumentation, digitale Aufklärung mit Unterschrift, Vorher-Nachher-Fotos, NiSV-Dokumentation
- Weitere Highlights: Online-Buchung rund um die Uhr, Erinnerungen und Nachsorge per WhatsApp und E-Mail, mehrstufige Automationen, TSE-konforme Kasse, Gutscheine, Shop und Lager, Integrationen zu Lexware, Google Kalender, Zapier und SumUp
- Cloud: Ja, Daten auf EU-Servern
- Web-Anwendung/Desktop-Installation: Web-Anwendung, für Tablet und Desktop
- Mobile Nutzung: im Browser
- Kosten: Basic 39 €/Monat, Booking 59 €/Monat, Kasse optional 39 €/Monat plus 149 € Einrichtung; 14 Tage kostenlos testen
Treatflow stammt ursprünglich aus der Welt der Kosmetikstudios, der Laser-Haarentfernung und des Permanent Make-ups. Inzwischen gibt es auch eine eigene Seite für ästhetische Praxen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Die Dokumentation ist klar auf ästhetische Behandlungen zugeschnitten: Produkte, Dosierungen, Chargen und Injektionspunkte lassen sich festhalten, dazu kommen Skizzen für Gesicht und Körper. Auch digitale Aufklärung und Vorher-Nachher-Fotos sind vorgesehen.
Eine GOÄ-Abrechnung weist die Website allerdings nicht aus (Stand September 2026). Die Kassenfunktion ist vielmehr auf klassische Einzelhandelsfälle mit TSE ausgelegt. In Praxen, in denen beispielsweise nichtärztliches Personal kosmetische Behandlungen dokumentiert, kann Treatflow deshalb eher als Ergänzung zu einer ärztlichen Praxissoftware interessant sein als als vollständiger Ersatz.
Weitere Systeme, die uns begegnet sind
Daneben sind uns bei der Recherche weitere Systeme mit deutschsprachigem Angebot für Ästhetikkliniken begegnet. Dazu gehören ohne Detailprüfung Zenoti, AestuteOS, Mosaic, Esylana, Anolla, WIO Clinic, Welda Clinic, Bellora, Zibadesk, Glambook und Phorest. Diese internationalen Klinik- und Salonplattformen waren Teil unserer Suche, wurden von uns aber nicht in derselben Tiefe geprüft wie die oben vorgestellten Systeme.
Aus dem Spa- und Medical-Beauty-Bereich kommt außerdem arQSoft Ambianis. ClinicOS von NoscAI ist eine KI-gestützte Privatpraxis-Software ohne speziellen Schwerpunkt auf ästhetischer Medizin, tauchte aber ebenfalls in der Recherche auf.
Daneben gibt es Lösungen, die keine vollständige Praxissoftware sind, sondern einen bestimmten Teil des Workflows abdecken. FotoFinder aesthetics und Crisalix gehören beispielsweise in diese Kategorie. Solche Bild- und Simulationssysteme können über GDT an das Praxisverwaltungssystem angebunden werden und ergänzen die eigentliche Praxissoftware.
Warum es für ästhetische Medizin keine Installationszahlen gibt
Auf unseren anderen Fachrichtungsseiten können wir teilweise zeigen, wie viele Praxen ein bestimmtes Praxisverwaltungssystem einsetzen. Für die ästhetische Medizin funktioniert das leider nicht.
Die Installationsstatistik der KBV erfasst ausschließlich Praxen, die ihre Quartalsabrechnung per ADT an die Kassenärztliche Vereinigung übermitteln. Rein privatärztliche Praxen und Privatkliniken erscheinen dort deshalb nicht.
Auch eine eigene Fachgruppe „Ästhetische Medizin“ oder „Plastische Chirurgie“ gibt es in dieser Statistik nicht. Ein kassenärztlich tätiger Dermatologe mit ästhetischem Schwerpunkt wird beispielsweise unter „Hautärzte“ geführt, ein plastischer Chirurg mit Kassenzulassung unter „Chirurgen“.
Damit lässt sich aus öffentlichen Daten nicht seriös ableiten, welche Software in reinen Ästhetikpraxen am weitesten verbreitet ist. Eine entsprechende Rangliste wäre letztlich eine Schätzung – und genau das möchten wir in diesem Vergleich vermeiden.
Welche Gruppe passt zu welcher Praxis? Drei typische Fälle
- Wenn ihr weiter Kassenpatienten behandelt – etwa in einer Hautarztpraxis mit ästhetischem Angebot oder einer chirurgischen Praxis mit Kassenzulassung – sollte ein System mit Kassenabrechnung die Basis bleiben. tomedo, medatixx und ETERNO Cloud können Kassen- und Privatabrechnung miteinander verbinden. Doctolib kommt infrage, sobald eure Fachgruppe für die All-in-One-Praxissoftware freigeschaltet ist. Für die zusätzlichen Ästhetik-Anforderungen könnt ihr Module wie AmbulApps für Fotodokumentation und digitale Aufklärung oder ein separates Dokumentationssystem einsetzen. Bei dieser Konstellation solltet ihr insbesondere prüfen, wie sauber steuerfreie und steuerpflichtige Positionen auf Privatrechnungen getrennt werden.
- Wenn ihr rein privat mit Injektionen und Lasern arbeitet und ein bis drei Behandler seid, braucht ihr nicht zwangsläufig ein großes klassisches PVS. Ein Privatpraxis-System mit Ästhetikfunktionen wie Patientify oder ein schlanker Spezialist wie Clinicore kann ausreichen. Wichtig sind hier vor allem GOÄ inklusive Analogziffern, der korrekte Umsatzsteuer-Ausweis, Fotos je Termin und – falls gewünscht – eine Anzahlung bei der Online-Buchung. Chargen werden von beiden Websites nicht ausgewiesen. Wenn ihr diese Funktion benötigt, solltet ihr konkret danach fragen oder eine Dokumentationslösung wie SkinFly Medical beziehungsweise Treatflow ergänzend einsetzen.
- Wenn ihr selbst operiert und Brustimplantate einsetzt, wird das Implantateregister zu einem entscheidenden Auswahlkriterium. Ab 2027 steht die Web-Meldeanwendung IRMA nicht mehr zur Verfügung. Dann kommen Systeme mit integrierter Meldekomponente infrage, beispielsweise AesthOS, claysen Praxismanager oder ::pixelmedics nach Fertigstellung des angekündigten Moduls. In jedem Fall braucht ihr den entsprechenden TI-Zugang mit SMC-B – auch als Privatklinik. Wenn die Operation dagegen in einer Kooperationsklinik stattfindet, übernimmt in der Regel die Klinik die Meldung. Dann sollte vorab geklärt werden, wie OP-Bericht und Meldebestätigung anschließend in eure eigene Akte gelangen.
Wenn ihr noch gar nicht sicher seid, ob eine spezielle Ästhetiklösung notwendig ist, findet ihr unter Praxissoftware für Privatpraxen einen allgemeinen Vergleich von Privatpraxis-Systemen – unabhängig von der jeweiligen Fachrichtung.
Häufige Fragen zur Praxissoftware für Ästhetikkliniken
Welche Software für Ästhetikkliniken hat die besten Anamnesebogen-Funktionen?
Bei den Anamnesebögen gibt es einige interessante Unterschiede. Clinicminds erlaubt es laut Anbieter, Formulare und Einwilligungen vollständig selbst zu erstellen. Clinicore bietet Formulare per Link oder direkt am Tablet. AesthOS nennt Dokumentvorlagen und einen iPad-Empfang mit Einwilligungen. Bei CGM übernimmt AmbulApps Anamnese, Aufklärungsbögen und den Unterschriftenprozess. Patientify bietet eine Online-Anamnese mit digitaler Unterschrift ab dem Pro-Tarif.
Weniger eindeutig ist die Frage, wie flexibel diese Bögen langfristig verwaltet werden können. Ob Versionierung möglich ist und ob sich externe Aufklärungssysteme anbinden lassen, weisen die Websites der genannten Anbieter nicht aus (Stand September 2026). ::pixelmedics nennt allerdings eine Anbindung von Aufklärungssystemen über die GDT-Schnittstelle. Wenn eigene Bögen für unterschiedliche Eingriffe ein wichtiger Teil eures Workflows sind, sollte genau das Thema Bestandteil der Software-Demo sein.
Welche Software für Ästhetikkliniken hat Mitgliedschafts- und Paket-Funktionen?
Ein klassisches Mitgliedschaftsmodell mit monatlicher Patientengebühr weist keines der hier vorgestellten Arztsoftwaresysteme auf seiner Website aus (Stand September 2026).
Für wiederkehrende Behandlungen gibt es trotzdem einige passende Funktionen. Patientify bietet Serientermine und Automatisierungen für Folgetermine, AesthOS hat mit „Takt“ ein Recall-Modul, das sich am individuellen Behandlungsrhythmus orientiert. Clinicminds erinnert ebenfalls an wiederkehrende Behandlungen. Treatflow bringt Gutscheine und einen Shop mit, während Pabau Funktionen zur Kundenbindung anbietet.
Ein echtes Paketmodell mit Sitzungszähler haben wir bei keinem der Systeme in ausreichender Tiefe geprüft. Wer beispielsweise monatliche Hautbehandlungen, Laserpakete oder andere Abo-Modelle verkaufen möchte, sollte deshalb nicht nur nach „Paketen“ fragen, sondern sich den konkreten Ablauf im System zeigen lassen.
Welche Software für Ästhetikkliniken hat Mitarbeiterverwaltung und Dienstplan?
Einen eigenen Dienstplan mit Schichten und Verfügbarkeiten nennt AesthOS. Clinicminds und claysen bieten Kalender für mehrere Standorte und Behandler. Bei Patientify lassen sich Behandler, Räume und Ressourcen im Kalender planen.
Auch bei den Zugriffsrechten gibt es Unterschiede. AesthOS nennt 71 einzelne Berechtigungen sowie Passkeys und Zwei-Faktor-Anmeldung. Clinicore bietet ebenfalls einen Zwei-Faktor-Login.
Für klassische Personalthemen wie Lohnabrechnung und Zeiterfassung nennt keines der hier vorgestellten Systeme entsprechende Funktionen (Stand September 2026). Wer diese Bereiche ebenfalls digital abbilden möchte, braucht dafür also möglicherweise eine zusätzliche Lösung.
Welche Software für Ästhetikkliniken hat integrierte Zahlungsfunktionen?
Beim Bezahlen gibt es inzwischen mehrere interessante Ansätze. Patientify bietet ein SumUp-Terminal und einen Zahlungslink in jeder Rechnung. Bei tomedo lässt sich mit arzt-direkt.Pay vor Ort und online bezahlen; auch zahlungspflichtige Terminarten sind möglich. claysen verbindet sein PoS-Terminal mit Teilzahlungen und Finanzierungen. Doctolib bietet Online-Patientenzahlungen.
AesthOS setzt unter anderem auf Girocode auf der Rechnung, Vorschussverrechnung und DATEV-Export. Wenn ihr bereits bei der Online-Buchung eine Anzahlung verlangen möchtet, nennen Patientify und Clinicore diese Funktion ausdrücklich.
Fazit: Welche Praxissoftware passt zu eurer Ästhetikpraxis?
Die beste Praxissoftware für ästhetische Medizin gibt es nicht unabhängig vom eigenen Behandlungsspektrum. Entscheidend ist zunächst, welche Art von Praxis ihr betreibt. Wer weiterhin Kassenpatienten behandelt, braucht andere Grundlagen als eine reine Injektionspraxis. Und wer selbst operiert und Brustimplantate einsetzt, sollte das Implantateregister bereits bei der Softwareauswahl berücksichtigen.
Vor dem Vertragsabschluss solltet ihr deshalb vor allem drei Dinge praktisch testen: Trennt die Software steuerfreie und steuerpflichtige Leistungen auf der Rechnung sauber? Lassen sich Fotos, Aufklärung und gegebenenfalls Chargen ohne Umwege in der Patientenakte dokumentieren? Und falls ihr operiert: Unterstützt das System den für euch notwendigen Weg zum Implantateregister?
Erst danach lohnt sich der Blick auf Preis, Behandlerzahl und Zusatzfunktionen. Gerade bei den Kosten sollte nicht nur der Einstiegspreis zählen. Rechnet den Monatspreis auf eure tatsächliche Zahl an Behandlern hoch und berücksichtigt Setup, Datenmigration sowie mögliche Add-ons.
Wenn ihr die Auswahl zunächst mit wenigen Fragen eingrenzen möchtet, könnt ihr mit dem Schnell-Check starten. Wie andere Praxen ihre Systeme im Alltag bewerten, findet ihr in den Erfahrungen aus der Community. Und wenn ihr neben der Ästhetik weiterhin eine Kassenpraxis betreibt, findet ihr die Systeme mit allen Fachrichtungen im Praxissoftware-Vergleich für Arztpraxen.



